Der Rabe II von Friedemann Otterbein

Rabe

*

Auf ewig durch das Meer getrennt,
Wasser umfließt ihr steinern’s Hemd,
raunen alt’ Felsenköpf’ sich zu
Märchen ohn’ Unterlass und Ruh’.

Sie erzähl’n sich gern vom Tod,
von Liebe, Schmerz und großer Not
und werden sich nie vereinen,
Liebesglück steckt nicht in Steinen.

Kondensiert in Felsentürmen
– trotzten ungezählten Stürmen –
wohl eine halbe Ewigkeit,
gemessen an der Menschenzeit.

Grünes Haar wird schnell zerfallen,
Moder bleibt, wo’s jetzt tut wallen.
So unser Leben, das heut keimt,
sich mühsam Sinn zusammenreimt.

Zum Turm jenseits fliegt ein Rabe
toter Wurm in seinem Schnabel,
der dann, wenn erst genossen,
neuer Schönheit wird zum Sprosse.

So trägt inkognito ein Wurm
als Feder Raben durch manch’ Sturm.

(c)Friedemann Otterbein

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